AfD-Zündeleien, die Krisenherde in Syrien, der Ukraine sowie dem Sudan und der faschistoide Kriegstreiber im Kreml

Ein Wald brennt und die Grünen schlagen vor, ihn zu löschen. Noch bevor die Worte ausgesprochen sind, zetern die Christdemokraten, die Grünen wöllten der Bevölkerung das Wasser wegnehmen. Die SPD unter Führung des Zufallskanzlers hält sich wie immer raus, während die FDP ein technologieoffenes Löschen fordert, obwohl sich alle Experten einig sind, dass Wasser hier die beste Lösung ist. Die Genossen der Linken bestehen immer und immer wieder darauf, erst mit dem Feuer zu reden und lehnen das Recht auf Selbstlöschung ab.

Die AfD sucht derweil schon nach dem nächsten Wald, geeignetem Zündmaterial und bekommt beides geliefert.


Bild: wikiimages (pixabay.com) Soundeffekte: MuzA Production


Seit mehr als zehn Jahren herrscht Krieg in Syrien. Was 2011 mit friedlichen Protesten begann, eskalierte zu einem Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als eine halbe Million Menschen getötet und 13 Millionen Syrer heimatlos wurden. Ende 2022 lebten davon 923.805 Menschen in Deutschland.

Das Datum des Kriegsbeginns in der Ukraine ist uns allen noch gut in Erinnerung. Am Morgen des 24. Februar 2022 erwachten die Menschen in Kyjiw mit Explosionsgeräuschen. Sirenen heulen, Raketen fliegen auf Städte im ganzen Land, treffen Flughäfen und Wohnhäuser, Panzer rollen über die Grenze auf die Hauptstadt zu.

Im Sudan bekämpfen sich zwei Armeeflügel mitten in den Städten ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Die paramilitärische RSF (Rapid Support Forces) begann am 15. April 2023 den Aufstand gegen die Armee. Sie besetzte handstreichartig Militäreinrichtungen im ganzen Land und griff in der Hauptstadt Khartum das Regierungsviertel mit dem Präsidentenpalast und dem Armeehauptquartier sowie den internationalen Flughafen an.

Wladimir Wladimirowitsch Putin 

Die Verbindung zwischen diesen drei Kriegen ist Russland und sein Präsident. Doch was sind seine Ziele und wer profitiert?

Die (syrische) Flüchtlingskrise begann im Jahr 2015, als sich eine große Zahl von Menschen aus Syrien auf den Weg nach Europa machte, um dem Krieg in ihrem Heimatland zu entkommen. Deutschland war eines der Länder, das die meisten Flüchtlinge aufnahm, was zu einer Debatte über die Integration der Flüchtlinge und die Kapazitäten des Landes führte. Die sogenannte AfD wurde 2013 gegründet und hat in den letzten Jahren, insbesondere im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise, erheblichen Zulauf erhalten. Die Partei hat ein einwanderungs- und islamfeindliches Programm, das bei vielen Wählern, die über die Integration von Flüchtlingen und die Sicherheit im Land besorgt sind, Anklang gefunden hat.

Russland ist offiziell seit September 2015 in Syrien aktiv, als es auf Einladung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eine Militärintervention begann. Die russische Regierung erklärte, ihr Ziel sei es, den Kampf gegen terroristische Gruppen zu unterstützen und die Regierungstruppen zu stärken.

Hat Putin einen Flüchtlingsstrom nach Europa gewollt und in den systemkritischen Parteien (nicht nur in der Bundesrepublik) willfähige Erfüllungsgehilfen gefunden? Der Gedanke drängt sich zumindest auf. Sein autoritäres, nationalistisches und intolerantes Auftreten, das nicht selten mit aggressiver Rhetorik und Gewalt einhergeht, ist jedenfalls auf fruchtbaren Boden gefallen.

Seit Kriegsbeginn ist die Zahl der Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland sprunghaft angestiegen. Zum 30. November 2022 lebten mit 1.035.000 Personen fast siebenmal so viele ukrainische Staatsangehörige in Deutschland wie Ende Februar 2022. Noch ist die „Stimmung“ ruhig. Doch erste Tendenzen zum Kippen sind zu beobachten. Regelmäßig demonstrieren über Telegram und RT gesteuerte Putin-Versteher und auch die AfD ist wieder dabei. Dezent wird das Ressentiment bedient, dass (deren) Wählerschichten wieder einmal zu kurz kommen, weil andere bevorzugt werden.

Seit 2013 gibt es im Sudan zwei militärische Akteure: die sudanesische Regierungsarmee und die von Ex-Machthaber Omar al-Bashir gegründete paramilitärische RSF. Die westliche Diplomatie hat sich in den letzten Jahren darauf konzentriert, die Militärs einzubinden, die sich seit dem Sturz des langjährigen Diktators dem Aufbau einer Demokratie widersetzt haben. Erschwerend kommt hinzu, dass Russland in den aktuellen Konflikt involviert ist. Putin hat seinen Einfluss in dem afrikanischen Staat ausgebaut und hat gute Beziehungen zu beiden Konfliktparteien. Zudem unterhält der RSF-Chef enge Verbindungen zur russischen Söldnertruppe Wagner.

Nach Angaben des UNHCR sind bereits mindestens 73.000 Menschen aus dem Sudan in die Nachbarländer geflohen. Die UNO rechnet mit weiteren 800.000 Flüchtlingen. Man stelle sich vor, was es bedeuten würde, wenn nur ein Viertel davon nach Europa käme und welche Auswirkungen dies auf die politische Landschaft hätte.

Ob die AfD direkt aus dem Kreml gesteuert wird, ist unklar. Vieles spricht dafür, dass Russland zumindest Einfluss auf die sogenannte Alternative hat. Jedenfalls sind die Chrupallas, Weidels, Brandners, Hilses und von Storchs große Nutznießer der Putin-Aktionen.


Kommentare

Torsten • Mittwoch, 3. Mai 2023 (via WhatsApp)

Eine weitere entscheidende Waffe hast du vergessen: den Hunger. Russland hält alle Fäden in der Hand und das wirklich schlimme ist, dass ein Großteil Afrikas glaubt, dass Russland ihr Freund und Heilsbringer sei. Dort trifft die Propaganda auf fruchtbaren Boden. Ein Ex-Kollege ist nach Mosambik ausgewandert und ist absolut davon überzeugt worden.

Im Übrigen geht er sogar soweit zu behaupten, dass der Hunger in Afrika eine Erfindung der Hilfsorganisationen sei und Afrika bald die Kornkammer der Erde werde. Aber das, was in seinem Kopf nicht stimmt, ist ein anderes Thema. 🤷🏽‍♂️