Klimakleber, die Forderung nach einem Gesellschaftsrat und die Hannoveraner Lösung

Die Klimaaktivisten von „Last Generation“ fordern einen Gesellschaftsrat. Dabei handelt es sich um ein Gremium aus zufällig ausgelosten Personen, die in einer Art Bürgerrat Lösungen erarbeiten sollen, wie Deutschland bis 2030 klimaneutral werden kann.

In Hannover werden sich die Aktivisten für dieses Ziel in nächster Zeit nicht mehr festkleben. Denn Oberbürgermeister Belit Onay (Bündnis ’90 – Die Grünen) hat versprochen, sich auf Bundesebene für die Forderung einzusetzen.

Ich habe Herrn Onay auf Twitter eine Frage zu seiner Entscheidung gestellt.

Antwort: (wird nachgereicht, wenn sie kommt)

Ich bin mir bewusst, dass meine Frage übertrieben ist. Aber was machen wir, wenn auch andere Gruppen das „Kleben“ für sich entdecken, deren Forderungen nicht so nobel sind?

Eine Frage hätte ich da noch…

Und haben wir nicht bereits funktionierende Gesellschaftsräte namens Parlamente? Wie werden die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ reagieren, wenn die Ausgelosten ausnahmslos klimawandelleugnende AfD-Wähler sind? Losen wir dann so lange, bis uns die Zusammensetzung passt?

Gesellschaftliche Akzeptanz

Ich glaube, jeder vernünftige Mensch weiß, dass wir dringend Maßnahmen brauchen, um den Klimawandel zu bremsen. Aber diese Maßnahmen müssen akzeptiert werden. Ja, es muss Druck ausgeübt werden. Aber man muss einen großen Teil der Gesellschaft mitnehmen, auch wenn das länger dauert, und deshalb brauchen wir dafür die Parlamente.

Man stelle sich vor, die gleichgeschlechtliche Ehe wäre in ähnlicher Weise durchgesetzt worden, wie es jetzt die „Letzte Generation“ im Rahmen des Klimaschutzes vorhat. Wie groß wäre die Akzeptanz in der Bevölkerung!?


Kommentare

Carsten • Sonntag, 26. Februar 2023 um 21:56 Uhr (via Facebook)

Deshalb habe ich mir jetzt eine Dose Surströmming gekauft und sie in meinen Kofferraum für den Bedarfsfall gelegt. 

Wer unorthodox handelt muss mit unorthodoxen Gegenreaktionen rechnen.

Danny • Sonntag, 26. Februar 2023 um 22:17 Uhr (via Facebook)

Zumindest sollte die geöffnete Dose Surströmming nicht in die Kategorie Körperverletzungen fallen, wie so viele andere Reaktionen.


Hans-Georg • Montag, 27. Februar 2023 um 10:17 Uhr

Bei Wien haben sich Aktivisten an eine Schilderbrücker über der Autobahn geklebt. Sie forderten Tempo 100 an einer Stelle, wo Tempo 80 vorgeschrieben war. Dann riefen sie nach der Polizei, die sie da wieder entkleben und runterholen sollte. Die ist aber nicht gekommen, haben sie einfach hängenlassen. Sie mussten sich dann selbst befreien. Bei allem Respekt vor einer notwendigen Änderung unserer aller Verhalten – aber manchen Leuten wird einfach zu viel Aufmerksamkeit entgegengebracht, wie bei den Klebern, oder diese beiden Weiber mit ihrer Demo in Berlin.