Gastfreundschaft und Musik

Während bei den Neujahrskonzerten in Wien traditionell überbordende Blumenmeere die Bühne dominieren, setzt die Staatsoperette Dresden 2026 auf ein modernes Lichtkonzept. Diese Atmosphäre lenkt den Fokus ganz auf die Musik. Besonders charmant ist, dass Chefdirigent Michael Ellis Ingram selbst die Moderation übernimmt. Das rundet den Abend wunderbar ab und verleiht ihm eine sehr persönliche Note.

Das Konzert trägt den Titel „Das gibt’s nur einmal“ und bildet den glanzvollen Auftakt zum „Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“. Unter dessem Motto „Tacheles” rückt die Staatsoperette damit bewusst jene jüdischen Komponisten und Textdichter in den Mittelpunkt, die die Unterhaltungskultur und das Genre der Operette in Dessau und Dresden aber auch in Berlin oder Wien bis 1933 maßgeblich geprägt haben. Die Sängerinnen Christina Maria Fercher, Sybille Lambrich und Silke Richter lassen mit ihren beeindruckenden Stimmen diese goldene Ära lebendig werden. Neben dem berühmten Titelsong präsentieren sie Werke von Genies wie Werner Richard Heymann, Friedrich Hollaender oder Paul Abraham, die einen faszinierenden Mix aus Esprit und tiefer Emotionalität bieten.

Es ist eine gelungene Reise, die eindrucksvoll zeigt, wie viel ärmer unsere Welt ohne das jüdische Kulturschaffen wäre. Das Zitat von Friedrich Engels „Der Antisemitismus ist das Merkzeichen einer zurückgebliebenen Kultur“ findet hier seinen Widerhall, während die Staatsoperette mit diesem lebensbejahenden Abend das Gegenteil feiert: eine reiche, offene Kultur.

Es ist ein wirklich schöner und hoffnungsvoller Start in das neue Jahr!


Quellenangabe

Muzaproduction (Soundlogo), Anastasia Chubarova (Hintergrundmusik) via pixabay.com