Kofi Amoako, Thomas Keller und drei wichtige Punkte aus dem Ostderby

Ein besonderes Gedenken in Schwarz

Die SG Dynamo Dresden trat beim Spiel gegen den 1. FC Magdeburg in einem ganz besonderen Look an. Die Mannschaft lief komplett in Schwarz auf. Das Sondertrikot wurde zu Ehren der Vereinslegende Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner entworfen. Am 25. Januar hätte das Idol des DDR-Fußballs seinen 75. Geburtstag gefeiert. Die schlichte schwarze Spielkleidung, bei der selbst die Sponsorenlogos farblich zurücktraten, war ein hochemotionales Zeichen des Respekts und wurde von den rund 3.000 mitgereisten Fans, die ebenfalls in Schwarz erschienen waren, eindrucksvoll begleitet.

Turbulente erste Hälfte: Führung, Ausgleich, Wende

Das Spiel in der ausverkauften Avnet Arena hielt von Beginn an, was die Bezeichnung „Elb-Clásico“ versprach. In der 29. Minute ging zunächst der Gastgeber in Führung: Mateusz Zukowski schob nach einer Vorlage von Baris Atik zum 1:0 ein. Dynamo zeigte sich jedoch unbeeindruckt und schlug nur fünf Minuten später zurück: Nach einer Ecke von Alexander Rossipal traf Kofi Amoako zunächst die Latte, versenkte den Abpraller aber zum 1:1-Ausgleich. Es war Amoakos Premierentreffer, der ihn zum 100. Zweitliga-Torschützen der Dresdner Vereinsgeschichte machte. Kurz vor dem Pausenpfiff drehte die SGD die Partie komplett. Erneut war Amoako beteiligt, dessen Flanke von FCM-Keeper Reimann unzureichend geklärt wurde, sodass Thomas Keller den Ball per Volley zum 1:2 in die Maschen drosch.

Hitzige zweite Halbzeit und leidenschaftliche Defensive

Der zweite Durchgang begann mit einer rund neunminütigen Unterbrechung, da im Dresdner Block massiv Pyrotechnik abgebrannt wurde, deren Rauch über das Spielfeld zog. Nach dem Wiederanpfiff entwickelte sich eine Abwehrschlacht. Magdeburg erhöhte den Druck enorm und verbuchte unter anderem zwei Pfostentreffer, doch Dynamo verteidigte mit großer Intensität und Geschick. Dank einer konzentrierten Defensivleistung, bei der Thomas Keller und seine Mitspieler kaum klare Abschlüsse zuließen, rettete Dresden den knappen Vorsprung über die Zeit, auch in der durch die Unterbrechung verursachten, elfminütigen Nachspielzeit.

Ein Sieg der Moral macht den Abstiegskampf spannend.

Der 2:1-Sieg von Dynamo Dresden ist verdient, denn er wurde durch enorme mannschaftliche Geschlossenheit und eine clevere Spielweise erarbeitet. Durch diese drei Punkte aus dem Ostderby ist der Abstiegskampf in der 2. Bundesliga wieder völlig offen. Dresden verbessert sich auf 19 Punkte und liegt nun nur noch einen Zähler hinter einem breiten Mittelfeld aus Magdeburg, Münster, Düsseldorf und Bielefeld (alle 20 Punkte). Damit ist der Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze endgültig hergestellt. Einziger Wermutstropfen bleibt die lange Nachspielzeit sowie die zu erwartende Geldstrafe durch den DFB für die Pyro-Aktionen, die den Verein wirtschaftlich erneut schwer belasten werden.