Ein enttäuschender roter Ballon und das Geschenk der Menschlichkeit

Von Stephen Kings „ES: Welcome to Derry“ hatte ich mir so einiges erhofft. Leider bin ich enttäuscht.

Die Serie schafft es nicht, mich zu packen. Sie liefert weder auf die simple Art billiger Schockmomente noch auf einer tiefergehenden Ebene, bei der mit Ängsten gespielt wird, wirklichen Horror. Um ehrlich zu sein: Ich schreibe diesen Beitrag nur noch, um ein letztes Mal den roten Ballon hier im Blog steigen lassen zu können. Meine Verbeugung vor dem ikonischen Grauen, bevor wir uns einer wirklich guten Geschichte zuwenden.

Wer eine Serie sucht, die Science-Fiction, Humor und herzzerreißendes Drama perfekt vereint, dem kann ich „Resident Alien“ nur wärmstens empfehlen.

Die Abenteuer des gestrandeten Außerirdischen Harry Vanderspeigle sind für mich ein kleines Geschenk. Die Serie ist von Anfang bis Ende richtig gute Unterhaltung. Sie ist absurd komisch und stellt gleichzeitig universelle Fragen über das Menschsein. Ich lache mit, rätsle mit und fühle mit diesem seltsamen Besucher aus dem All.

Deshalb sitze ich nach dem Staffelfinale mit Tränen in den Augen da. Harry hat die Erde verlassen und ist als Alien abgeflogen. Es ist ein Abschied, der wehtut, und ich werde ihn vermissen. Aber er ist nicht gegangen, ohne das größte Geschenk zu bekommen, das es gibt. Er hat seine Menschlichkeit entdeckt. Diese tiefgreifende Entwicklung ist der emotionale Anker der Serie und der Grund, warum „Resident Alien“ mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch wirklich berührt hat.


Quellenangaben

HBO, Sky (ES: Welcome to Derry), SyFy, USA Network (Resident Alien)