Thomas Keller, Jakob Lemmer und der dynamische Start ins neue Jahr

Das war doch ein Auftakt nach Maß im Rudolf-Harbig-Stadion! Nach der langen Winterpause fühlt es sich fast so an, als hätte man auf Reset gedrückt. Wir haben ein Spiel gesehen, das nicht nur drei Punkte brachte, sondern auch neue Hoffnung für die Rückrunde entfacht hat.

Es war einer dieser typischen Dresdner Januartage: knackig kalt, aber im Stadion brannte die Luft. 31.000 Fans waren zum „Schicksalsspiel“ gegen das Kleeblatt gekommen. Die Ausgangslage war klar: Ein Sieg war Pflicht, um den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze nicht komplett zu verlieren.

Die sportliche Leitung der SGD hatte die Winterpause intensiv genutzt, um personell nachzulegen, und Cheftrainer Thomas Stamm ging das Risiko ein. Mit Thomas Keller, Robert Wagner, Jason Ceka und Jonas Sterner standen gleich vier Neuzugänge in der Startformation. Es war ein mutiger Schritt, der die Statik des Dresdner Spiels von der ersten Minute an veränderte. Dresden wirkte griffiger, präsenter in den Zweikämpfen und vor allem taktisch disziplinierter als in vielen Partien der Hinrunde.

In der Anfangsphase tasteten sich beide Mannschaften vorsichtig ab. Die Nervosität im Abstiegskampf war dabei deutlich spürbar. Doch Dynamo fand schneller zu seinem Rhythmus. Besonders Robert Wagner im defensiven Mittelfeld erwies sich früh als der erhoffte Stabilisator. Er stopfte Lücken und ordnete den Spielaufbau, wodurch er seinen Nebenleuten sichtlich Sicherheit verlieh. In der 35. Minute folgte die Belohnung für den engagierten Auftritt: Nach einer präzisen Ecke von der rechten Seite schraubte sich Neuzugang Thomas Keller im Zentrum am höchsten. Der Innenverteidiger wuchtete den Ball per Kopf unhaltbar in die Maschen. Ein Einstand nach Maß, der das Stadion zum ersten Mal an diesem Nachmittag in ein Tollhaus verwandelte.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Greuther Fürth, den Druck zu erhöhen, doch die Dresdner Defensive, die in dieser Spielzeit oft als Achillesferse galt, hielt stand. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff folgte der nächste Geniestreich der Neuverpflichtungen. Jason Ceka setzte sich auf dem Flügel dynamisch durch und bewies die nötige Übersicht, indem er den Ball flach in den Rückraum legte. Dort lauerte Jakob Lemmer, der den Ball mit Überzeugung zum 2:0 unter die Latte jagte.

Die verbleibenden 40 Minuten entwickelten sich zu einer Reifeprüfung. Fürth warf alles nach vorne, doch Dresden agierte ungewohnt souverän. Jonas Sterner auf der rechten Außenbahn unterband zahlreiche Angriffsversuche der Gäste, während Thomas Keller hinten die Lufthoheit behielt. Dass am Ende die Null stand, war nicht nur das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung, sondern auch ein Novum in dieser Saison: Zum ersten Mal gelang ein Sieg, ohne ein einziges Gegentor zu kassieren. Zwar musste Tim Schreiber im Tor in der Schlussphase noch einmal entscheidend eingreifen, doch der Pfostentreffer der Fürther in der 89. Minute war das Glück des Tüchtigen, das sich Dynamo an diesem Tag hart erarbeitet hatte.

Der Erfolg gegen das Kleeblatt ist weit mehr als nur ein statistischer Sieg. Durch die drei Punkte zieht Dynamo Dresden in der Tabelle an Greuther Fürth vorbei. Damit tauschen die beiden Mannschaften ihre Plätze, die SGD reicht die „Rote Laterne“ an die Franken weiter und hat den Anschluss an das rettende Ufer wiederhergestellt.