Anlaufstelle für Dauerempörte und der Anschlag von Berlin

Beatrix von Storch und ich haben eine Gemeinsamkeit: Wir wundern uns beide darüber, dass die Reparaturarbeiten nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz so lange dauern und es damit zu einem längerem Stromausfall kommt.

Für Frau von Storch ist die veranschlagte Zeit von fünf Tagen ein gefundenes Fressen, um diesen Beitrag bei X abzusetzen.

Ja, auch ich habe mich über die Dauer gewundert. Doch da ich nicht ständig versuche, unser Land schlechtzureden, habe ich mich erst einmal informiert, bevor ich meine Meinung öffentlich kundgetan habe.

Was ist passiert und warum dauert die Reparatur so lange?

In der Nacht zum 3. Januar kam es im Berliner Südwesten zu einem massiven Stromausfall. Rund 45.000 Haushalte und über 2.000 Betriebe in Zehlendorf, Lichterfelde, Wannsee und Nikolassee waren davon betroffen. Ursache war ein Brand an einer wichtigen Kabelbrücke über den Teltowkanal in der Nähe des Kraftwerks Lichterfelde. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und prüft derzeit ein Bekennerschreiben der linksextremen „Vulkangruppe“.

Dass die Reparatur bis voraussichtlich Donnerstag dauert, hat handfeste technische Gründe. Bei dem Feuer wurden mehrere 110.000-Volt-Hochspannungskabel massiv beschädigt. Diese Kabel sind keine einfachen Leitungen, wie wir sie von zu Hause kennen, sondern armdicke, hochkomplexe Bauteile.

Da der Brand direkt auf der Kabelbrücke wütete, müssen die beschädigten Segmente aufwendig aus der Konstruktion gelöst und komplett ersetzt werden. Das erfordert speziellen Tiefbau und das Einziehen neuer Schwerlastkabel über den Kanal hinweg. Diese umfangreiche logistische Leistung wird durch den aktuellen Wintereinbruch und den Schnee zusätzlich erschwert. Zudem konnte mit der Arbeit erst begonnen werden, nachdem die Spurensicherung der Kriminalpolizei den Tatort freigegeben hatte. Es geht hier nicht um das Umlegen eines Schalters, sondern um den kompletten Neuaufbau einer zentralen Infrastruktur-Ader.

Macht Hetze dumm?

Nun frage ich mich, ob das Hetzen – und nichts anderes macht Frau von Storch hier – zu einem dauerhaften Verlust analytischer Fähigkeiten führt. Wenn ich mir die einschlägige Anlaufstelle für Dauerempörte anschaue, habe ich ein sehr deutliches Gefühl, wie die Antwort ausfällt.

Wer nur den schnellen Skandal sucht, verliert offensichtlich den Blick für die Realität technischer Notwendigkeiten.


Kommentare

Wolf • Sonntag, 4. Januar 2026

Nicht jeder ist in dieser Welt als Elektrotechniker(in) geboren oder veranlagt. Als ich Schüler war, haben wir mal die Sicherungen vom alten Schulttrafo geklaut, das war zu tiefsten DDR Zeiten in Berlin- Senefelder Straße. 3 Tage kein Strom in der Schule, weil diese alten Sicherungen erst nachgefertigt werden mussten. In meiner Zeit als technischer Leiter in einer großen Gärtnerei (über 20 ha) hat ein Elektriker- Fachbetrieb unsere 112KW Netzersatzanlage („Notstromaggregat“) „gegen das Netz gefahren“-in Teilen Potsdams fiel sofort der Strom aus- und blieb auch aus- der Mitarbeiter des Energieversorgers erklärte mir, das ein so schwerwiegender Fehler nur durch „manuelles Reset“ behoben werden kann…. (heute geht das bestimmt übers Internet)…

Schon die paar Beispiele zeigen- im Detail liegt die Katastrophe. Das „Oma Erna“, Dr. med A.Langhein oder der ehrenamtliche Ortvorsteher von „klein ungesehen“ von diesen „Kleinigkeiten“ nichts wissen ist verständlich, aber sobald man in einem Kreistag sitzt oder bundesweit bekannt ist gilt der alte Satz: „Erst Hirn einschalten, dann reden- oder wie Dieter Nuhr es formuliert hat: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!“

Hans-Georg • Montag, 5. Januar 2026

Die AfD haut erstmal raus, ohne Sinn und Verstand. Der dumme Wähler hat das erstmal verinnerlicht, ohne selbst mal zu hinterfragen, was die Ursache ist, klatscht Beifall und schimpft auf die Altparteien.

Danny l BehindBlueEyes.de • Montag, 5. Januar 2026

Die weitgehend kritiklose über Übernahme von offizieller Parteiführungsmeinung ist auch am linken Rand zu festzustellen. Hier gibt es gleich zwei prominente Beispiele: Sarah Wladimirowa Wagenknecht und Heidi Reichinnek. Trotz ihrer massiven Fehleinschätzung am Vortag der russischen Invasion gilt die eine ihren Parteigängern noch immer als Russlandkennerin, während es bei der anderen ausreicht, dass sie laute TikToks dreht, um als alternatives politisches Angebot wahrgenommen zu werden.


Quellenangaben

Soundlogo: Muzaproduction, Hintergrundmusik: MiroMaxMusic, Teaserbild: Sammy Sander
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