Wünsche und Hoffnungen

In der Adventszeit war es hier bei BehindBlueEyes.de still. Mein Körper spielte nicht mit und so hatte ich keine Lust, an Beiträgen zu arbeiten. Deshalb ist meine größte Bitte für das neue Jahr: Gesundheit. Einige Wünsche und Hoffnungen habe ich auch noch, um die es jetzt gehen soll.

Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, dann sehe ich ein „Dagegen-Jahr”. Alles, was nicht mit den eigenen Vorstellungen und Werten übereinstimmt, wird abgelehnt. Die Gegenrede gehört immer mehr zum Diskurs, anstatt dass man andere Standpunkte erst einmal hinterfragt.

Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass wir andere Meinungen wieder zulassen. Es würde unserer Gesellschaft guttun, wenn wir zum Beispiel Äußerungen zum Stadtbild hinterfragen oder offen für die Argumente sind, die für Wärmepumpen sprechen. Wenn wir gegeneinander Zäune bauen, wird unsere Gesellschaft zu vielen einzelnen kleinen Ästchen, die leicht zu brechen sind. Eine starke Eiche hingegen hält vielen stand.

Warum meinst du das?

Übrigens stammt das Bild, das ich gerade bemüht habe, tatsächlich aus unserer Geschichte. Grüße gehen an dieser Stelle in den Teutoburger Wald. Damals haben sich die Stammesführer schließlich auch von einer anderen Meinung überzeugen lassen. Ich persönlich finde, dass man seine Meinung durchaus ändern kann und sollte, wenn bessere Argumente vorgebracht werden. Aktuell sind viele unserer Diskussionen aber nur noch Scheindiskussionen, die geführt werden, um sich selbst vorzumachen, weltoffen zu sein.

Heutzutage habe ich oft das Gefühl, dass viele Leute – und damit meine ich nicht nur Politiker, sondern auch die Bevölkerung – gar kein Interesse mehr an einem echten Meinungs- und Faktenaustausch haben. Wenn jemand ein gutes Argument hat, muss man doch auch in der Lage sein, seine eigene Meinung anzupassen, auch wenn man vorher anders dachte.

Der Deutschen Liebe zu erdrückenden Vorschriften

Wir sind in Deutschland in einem Maße überreguliert und überbürokratisiert, dass wir von einem regelrechten Dickicht aus Regeln und Vorschriften erdrückt werden. Der Staat und die Gesellschaft sind hier gleichermaßen gefordert. Wenn die Leute die Lust am Engagement verlieren, backt am Ende niemand mehr einen Kuchen für irgendein Vereinsfest, weil natürlich immer jemand sagt, dass es gefährlich ist, wenn ein Allergiker den Kuchen isst.

Hinzu kommt, dass sich viele Menschen in der Rolle als Polizist und Staatsanwalt und Richter und Henker wohlfühlen. Andere bloßzustellen, weil sie den eigenen Ansprüchen nicht genügen, scheint ein beliebtes Hobby zu sein, das offenbar große Befriedigung verspricht.

Dazu kommt, dass wir Deutschen regelrecht für Regeln geboren sind. Wir müssen aber dringend aufhören, für alles Vorschriften haben zu wollen. Wir sollten mehr Eigenverantwortung übernehmen und nicht die Frage stellen: „Wer hat hier nicht gestreut?”, wenn wir ausrutschen, sondern darüber nachdenken, ob wir die richtigen Schuhe anhaben.

Was wünsche ich mir also für 2026?

Ein bisschen weniger „Dagegen“ und viel mehr „Miteinander“. Dass wir den Mut haben, uns gegenseitig wieder mehr zuzutrauen, sei es eine andere Meinung oder die Verantwortung für den eigenen Weg. Wenn wir das Dickicht aus Vorurteilen und Vorschriften ein Stück weit lichten, gewinnen wir alle an Freiheit zurück. In diesem Sinne: Passt auf euch auf, zieht die richtigen Schuhe an und bleibt vor allem gesund! Auf ein Jahr voller echter Gespräche!


Quellenangaben

Muzaproduction (Soundlogo), Roman Rumyantsev (Hintergrundmusik), Jürgen Cappel (Teaserbild) via pixabay.com