Westeros und Cameo-Auftritte


Westeros und die Cameo-Auftritte von Musikern

Am Montag startet die neue Staffel von „House of the Dragon” auf HBO Max. In der Fortsetzung der Serie wird das nächste Kapitel des Targaryen-Bürgerkriegs beleuchtet und die Geschichte um Machtkämpfe und Dracheneinsätze in Westeros wird weitererzählt. Um die Zeit bis zur Veröffentlichung zu überbrücken, bietet sich ein Rückblick auf die Originalserie „Game of Thrones” an. Neben den zentralen Handlungssträngen rund um Schlachten und politische Allianzen haben die Serienschöpfer über die acht Staffeln hinweg immer wieder kleine Details eingebaut.

Dazu gehören Gastauftritte bekannter Musiker und Bands, die oft unauffällig im Hintergrund platziert wurden. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich viele Episoden als Suchspiel für Musikfans.

Ein Weltstar am Lagerfeuer und der Soundtrack der Wildnis

Der bekannteste und am intensivsten diskutierte Auftritt stammt von dem britischen Popmusiker Ed Sheeran. In der ersten Folge der siebten Staffel trifft Arya Stark im Wald auf eine Gruppe Lannister-Soldaten. Die markante Stimme, die das Lied „Hands of Gold“ singt, gehört Sheeran, der in voller Rüstung in der Szene mitwirkt. Dieser Cameo-Auftritt rief seinerzeit geteilte Reaktionen hervor, da die Bekanntheit des Sängers einige Zuschauer kurzzeitig ablenkte.

Sheeran war jedoch nicht der erste Musiker in der Serie. Bereits in der dritten Staffel übernahm Gary Lightbody, der Frontmann der Band Snow Patrol, eine kleine Rolle. Er spielte einen Soldaten der Bolton-Armee, der zu Pferd das Westeros-Volkslied „The Bear and the Maiden Fair” anstimmte. Solche musikalischen Einlagen dienen dazu, die von George R. R. Martin in den Romanen beschriebene Kultur direkt in die Serie zu integrieren.

Melancholie und Theaterklänge aus Island

Ein weiterer musikalischer Gastauftritt fand in der vierten Staffel während der Hochzeit von König Joffrey und Margaery Tyrell statt. Während des Festmahls trat eine dreiköpfige Band auf und spielte das Lied „The Rains of Castamere“. Sie wurde jedoch vom König mit Münzen beworfen und weggeschickt. Hinter diesen Musikern steckten die Mitglieder der isländischen Post-Rock-Band Sigur Rós. Ihre Version des Lannister-Liedes war zudem im Abspann dieser Episode zu hören.

In der sechsten Staffel war eine weitere isländische Gruppe zu sehen: Die Indie-Pop-Band Of Monsters and Men übernahm die Rollen von Theatermusikern in Braavos und begleitete die parodistische Aufführung über die Geschehnisse in Königsmund musikalisch.

Wenn Metaller zu Untoten werden und Coldplay die Trommel rührt

Auch Vertreter der härteren Musikrichtungen waren in Game of Thrones zu sehen. So trat die US-amerikanische Progressive-Metal-Band Mastodon in der fünften Staffel in der Folge „Hartheim“ als Wildlinge auf. In der Handlung wurden die Musiker von den Weißen Wanderern getötet und kehrten am Ende der Episode als blauäugige Wights zurück. Im Finale der siebten Staffel hatten sie einen weiteren Auftritt als untote Soldaten.

Einen dramatischen Part übernahm zudem Will Champion, der Schlagzeuger von Coldplay. Er spielte einen Trommler auf der Tribüne der Freys bei der sogenannten Roten Hochzeit in der dritten Staffel. Im entscheidenden Moment tauschten die Musiker ihre Instrumente gegen Armbrüste.

Ausblick auf die neue Staffel

Diese Gastauftritte zeigen den großen Detailaufwand, mit dem die Serie über die Jahre produziert wurde. Dadurch sind für das Publikum Easter Eggs entstanden, die oft erst beim wiederholten Anschauen auffallen. Wenn am Montag die neuen Folgen von „House of the Dragon” anlaufen, bleibt abzuwarten, ob die Macher der Prequel-Serie diese Tradition fortsetzen und ebenfalls bekannte Gesichter aus der Musikwelt im Hintergrund verstecken.