Weihnachten und die Suche nach dem Geschenk

Sonnabend, 25. Dezember 2021 (1. Weihnachtstag)

Auf der Liste mit den Sachen, die ich nicht wirklich kann, steht Geschenke einpacken ziemlich weit oben. Ich war deshalb vorgestern fast schon stolz auf mich, alle Präsente irgendwie verhüllt und dafür nicht irgendwelche Tüten genutzt zu haben. Der Zauber der Bescherung besteht doch auch aus dem Aufknoten von Schleifen und Zerreisen des Papiers. Ich hatte aber mal nachzählen sollen.

Den 24. Dezember verbringe ich traditionell bei meinen Eltern. Auf deren Schrankwand lag schon ein kleines verpacktes Geschenk. Mein Vater fragte mich kurz vorm Mittagessen, ob dies das Präsent wäre, dass ich für seine Frau besorgt habe. Ich verneinte: „Ich gebe dir das Geschenk für Mutti später“. In dem Moment durchschoss es mich wie mit einem Blitz. Habe ich dieses Geschenk eigentlich mit?

In meinem Beutel war es nicht. Ich nutzte deshalb unseren Ausflug auf den Heidefriedhof – um Oma und Opa zu besuchen – für einen Zwischenstopp in meiner Wohnung. Doch dort war nichts mehr zum Verpacken. Also musste ich es doch schon mitgenommen haben.

Die Zeit für die Bescherung rückte näher. Wir holten jeder unsere Geschenke. Ich welche für meine Mutter und Vater. Das bereits erwähnte, vermisste und gesuchte aber dann doch nicht mehr in meiner Wohnung Aufzufindende aber nicht. Während allerlei nicht rezitier fähige Wörter durch meinen Kopf schossen, disponierte ich um. Vati übernahm das für Mutter geplante große Geschenk und ich gab Mutti meine kleinen. Sie kannte das Kuddelmuddel schon.

Nach dem Abendbrot und dem Familienkino fuhr ich nach Hause. Ein Blick, und da war es. Nicht wo ich die Geschenke im Schweiße meines Angesichts verpackt hatte, sondern in dem Schieber, wo ich die Geschenke immer sammle. Aber über ein Geschenk kann man sich ja auch am 1. Weihnachtstag noch freuen.


Bild von Djordje Vezilic auf Pixabay


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