Sleepy Joe und das Trumpeltier

Art. 5 • Dienstag, 3. November 2020, 22:00 Uhr

Es wird so langsam Zeit ins Bett zu gehen und zu schlafen. Mit welchem gewählten US-Präsidenten werden wir morgen wohl aufwachen? Sicher stelle nicht nur ich mir diese Frage.

Ich bin gespannt. Auch wenn ich nicht so richtig weiß, welcher Präsident für uns in Deutschland besser wäre. Joe Biden steht für ein anderes, gewohnteres Auftreten. Er will zurück zum Pariser Klimaabkommen und die Bevölkerung durch ehrgeizige Programme wieder mehr in die Politik einbinden. Bidens Demokraten stehen aber auch für „America First“. Sicherlich ist von ihm kein neuer Handelskrieg mit China oder der Europäischen Union zu erwarten, aber die amerikanischen Jobs interessieren ihn im Zweifel schlicht mehr.

An Donald J. Trump haben wir uns in den letzten vier Jahren gewöhnt. Aus dem Staunen der ersten Monate seiner Amtszeit ist meist ein Schulterzucken geworden. Vielleicht ist es für deutsche Politiker sogar einfacher mit ihm zu verhandeln. Ihn interessiert nur ein Deal, um gut dazustehen. Eine langfristige Strategie ist bei ihm eher Fehlanzeige. Jean-Claude Juncker als damaligem EU-Chef, ist es schon nach wenigen Verhandlungsstunden gelungen, Mr. President umzustimmen. Mit Mr. Biden wird dies schwieriger werden. Auch Präsident Obama war zwar im Ton nett, beharrte jedoch auf den amerikanischen Positionen.

Was mir aber mit Blick auf den morgigen Mittwoch Bange macht, ist die aufgeheizte Situation in den Vereinigten Staaten. Randale liegen förmlich in der Luft und wie werden die Bürger mit der Niederlage ihres Favoriten umgehen?

Spannend werden auch die Reaktionen der internationalen Politik sein. Wie wird man mit einem Donald Trump umgehen, der seine Abwahl nicht akzeptiert? Wenn es die Europäische Union mit ihrem Anspruch an Recht und Gesetz ernst nimmt, darf sie rechtsstaatliche Prinzipien nicht nur von einem Aljaksandr Lukaschenko einfordern.

Gute Nacht und „God save America“. – Das Land hat’s gerade arg nötig.

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