Klassentreffen auf einer, aus Träumen geborenen Insel, Schenkelklopfer á la Charleys Tante und ein Musical mit den Hits von Roland Kaiser

Culture Club • Donnerstag, 11. August 2022 (Verfassungstag der Weimarer Republik)

Eine Clique fliegt gemeinsam nach Santa Maria. Das Versprechen, eines Tages auf die Insel zurückzukehren, hatten sie sich vor 20 Jahren bei ihrem Schulabschluss gegeben. Schon die Anreise verläuft turbulent. Vor Ort muss die Truppe sich dann der Ehekrise von Charlotte und Thomas stellen, während Ilja endlich gesteht, dass seine große Jugendliebe Joana der Surflehrer Joaquín ist.

Schenkelklopfer á la Charleys Tante

Was nach einer progressiven Geschichte klingt, kommt leider allzu oft altbacken daher. Der Gag, dass Ilja zum Lied „Manchmal möchte ich schon mit Dir“ das Hinterteil seines Schulfreundes Andreas anschmachtet, während dieser sich nach einem Saufgelage übergibt, sorgt für herzhafte Lacher beim älteren Teil des Publikums. Die Jüngeren dagegen lächeln nur höflich oder schütteln gar mit dem Kopf.

Was die Comödie Dresden da auf der Open-Air-Bühne des Schlosses Übigau inszeniert, ist unterhaltsames Sommertheater. Einige Szenen von „Santa Maria“ fühlen sich aber wie ‚aus der Zeit gefallen‘ an.

Musical mit den Hits von Roland Kaiser

Dresden und Roland Kaiser – das ist eine ganz besondere Beziehung. Jedes Jahr kommen zig Tausende ans Königsufer, um die „Kaisermania“ zu zelebrieren. Roland Kaiser hat Dresden sogar ein eigenes Lied gewidmet: „Affäre“.

Dass seine größten Hits wie „Ich glaub, es geht schon wieder los“, „Sieben Fässer Wein“ oder „Schachmatt“ nun in einem Musical die heimliche Hauptrolle spielen, ist da fast schon die logische Konsequenz. Und es funktioniert tatsächlich, mit seinen Liedern eine Geschichte zu erzählen.

Fast ganz Deutschland hat in den vergangenen Wochen über das „Lied“ Layla von DJ Robin und Schürze diskutiert. Angeblich ist es ja verboten, doch eigentlich nur bei einem Stadtfest unerwünscht. Die Verfechter der Sexismus-Debatte sollten bei den Liedern von Roland Kaiser übrigens auch nicht so genau hinhören…

Bildquelle

Robert Jentzsch, Comödie Dresden


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