Musik, Texte und Theresienstadt

Art. 5 • Mittwoch, 9. November 2022

Wir wollten jede freie Minute mit etwas Schönem ausfüllen und deshalb stürzen wir uns in die Freizeittätigkeit, um ja noch jede Minute des Lebens auszukosten, denn niemand wusste, wann dies alles ein Ende haben und was uns am Ende des Weges erwarten würde.

Ruth Elias in ihren Erinnerungen an Theresienstadt

Zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938 erklang heute Abend im Kulturpalast Dresden Musik, die von den jüdischen Komponisten Pavel Haas und Gideon Klein nach ihrer Deportation in Theresienstadt geschrieben wurde. Beide wurden später in Auschwitz ermordet. Eingebettet in eine Neukomposition wurden auch Texte aus der Dokumentation „Die Mädchen von Zimmer 28“ mit Erinnerungen von Überlebenden an ihre Zeit in der ehemaligen Garnisonsstadt vorgelesen.

Mit den Worten von Alice Herz-Sommer war dann aber plötzlich in voller Wucht das aktuelle Geschehen auf unserer Welt im Konzertsaal präsent. „Warum müssen wir gehen? Wir haben doch nichts Falsches gemacht. Krieg. Wer macht den Krieg?“


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