Olaf Scholz und die Nichtüberzeugten in der eignen Partei

Sonntag, 12. September 2021 (Tag des offenen Denkmals)

Im Herbst 2019 entschieden 77,32 Prozent der Partei-Mitglieder, dass sie Olaf Scholz das wichtigste Amt in der SPD nicht zutrauen. Warum sollte ich als Wähler da jetzt eine andere Meinung haben, wenn es in 14 Tagen um ein wirklich wichtiges Amt geht?

Ich werde keine Antwort auf diese Frage bekommen. Egal wie ich versuche, Öffentlichkeit herzustellen. Warum sollte sich die SPD auch bemühen? Für die Sozialdemokraten läuft es gerade richtig prima.

Da trifft es sich auch ganz gut, dass Olaf Scholz nur in die Dividendenstripping-Geschäfte einer Bank verwickelt sein könnte. Dabei geht es zwar um 47.000.000 € Steuerschaden, aber Dividendenstripping können wohl die wenigsten Deutschen auf Anhieb richtig schreiben und noch weniger können ohne Nachlesen erklären, worum es bei der Cum-Ex-Affäre um die Warburg-Bank geht. Der Vorgang verursacht also keine negativen Schlagzeilen.

Im Willy-Brandt-Haus werden sicherlich jeden Tag mehrmals die Sektkorken knallen, dass sich die Wählenden lieber mit schlecht zusammenkopierten Büchern oder Lachern an der falschen Stelle beschäftigen, als beim eigenen Kandidaten genauer hinzusehen.

Noch ein Tipp zum Schluss: Scholzen Sie jetzt!

2 Kommentare

  1. Die Auslegung, dass Olaf Scholz das Amt des Vorsitzenden seiner Partei von der Basis nicht zugetraut wurde, kann ich nicht unwidersprochen stehen lassen. Das ist so nicht zutreffend.

    Leider entschied sich die Partei damals für die Aufstellung mehrerer „Doppelspitzen“, dem Beispiel der Grünen folgend (was sich dort auch nicht unbedingt als bewährt herausgestellt hat) und aktuell deren chancenreicheren Kandidaten verhinderte.

    Ich habe das damals schon als Fehler empfunden, weil einige der Kandidat*innen gerade mal im eigenen Bundesland bekannt waren. Meine Entscheidung fiel z.B. bewusst „für“ das Team Lauterbach (nicht gegen Olaf Scholz), weil ich genau diesen Mann schon lange schätzte und seine Position stärken wollte.

    Die Wahlbeteiligung war gering und der bekannte Ausgang erklärt sich vielleicht u.a. auch aus der Tatsache, dass die jetzigen Vorsitzenden dem größten Bundesland angehören.

    Cum Ex gehört in die Reihe der Bankenskandale, die diesem Gewerbe SteuerBetrug eröffneten, die aber – muss man leider sagen – im Rahmen von Gesetzeslücken stattfanden.
    Diese Lücken hat nicht Olaf Scholz zu vertreten.
    Aber er kennt sie natürlich und hat den Vorgang Warburg damals weitergeleitet an seinen Finanzsenator zur weiteren Prüfung und ggf. Veranlassung. Das ist erfolgt mit dem bekannten und nicht zufriedenstellenden Ergebnis. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

    Ansonsten teile ich Ihnen Meinung hins. der aufgebauschten Petitessen bei Baerbock, bei Laschet sehe ich allerdings wesentlich mehr Angriffsfläche als den unglücklichen Lacher.

    1. Die Grünen
      Ob Robert Habeck nun der geeignetere Kandidat ist, weiß ich gar nicht. Bei Annalena Baerbock habe ich das Bild einer Schülerin kurz vor den Prüfung vor Augen. Sie weiß und kann sicher viel, aber ist auch viel zu aufgeregt. Erfahrung ist sicher ein Pfund, mit dem man wuchern kann.

      Olaf Scholz
      Der Finanzsenator hat es verbockt. Ist die Erklärung/Entschuldigung nicht etwas zu einfach? Es geht hier um 47 Millionen EUR. Da sollte ein Regierungschef vielleicht dran bleiben? Ich als Wähler erwarte sowas zu mindest und sehe „ganz oben“ auch die Endverantwortung. Auf den Wahlplakaten der SPD ist mehr oder weniger nur der Herr Scholz zu sehen. Wenn es in der nächsten Legistatur aber schief läuft, dann ist auch wieder nur der Minister?

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