Merkel-Diktatur und die Verklärung der DDR

Sonnabend, 25. September 2021

Ich hätte den Tweet „An alle Ossis 40+: Wie empfindet Ihr die Zustände im heutigen DE im Vergleich zur ehemaligen DDR?“ gar nicht erst lesen sollen. Jetzt habe ich Kopfschmerzen vor lauter Kopfschütteln. #UndIrgendWieWarMirDasVorherKlar

Ich habe das Ende der DDR als Teenager erlebt. Viele Erinnerungen habe ich nicht mehr. Ich weiß aber noch, dass mir bei Zeiten beigebracht wurde, was ich wo sagen kann. Heute arbeite ich im öffentlichen Dienst und habe Kolleginnen, die teilweise abstruse Ideen zum Thema Corona verbreiten. Ihren Job haben sie noch immer. Wäre dies in der DDR auch so gewesen!?

Mein Vater ist zu den ersten Montag-Demos alleine gegangen. Es wäre viel zu gefährlich gewesen mich mitzunehmen. Bei Querdenker-Demonstrationen sieht man viele Kinder. Als in Berlin und Leipzig Veranstaltungen verboten wurden, gingen die Organisatoren gerichtlich dagegen vor, setzen sich über die Urteile der Justiz hinweg und dann stellten die Querdenker ihre Kinder in die erste Reihe. Die Polizei hat bei ihren Maßnahmen auf die Kinder geachtet. Wäre dies in der DDR auch so gewesen!?

Im Musik-Unterricht habe ich 1987 „Wir schießen mit Tomaten“ statt „Wir ziehen mit dem Spaten ins Moor“ gesungen. Meine Eltern mussten wegen der Verunglimpfung von KZ-Häftlingen in die Schule kommen. Mein Klassenlehrer hat Schlimmeres verhindert. In Dresden „spazieren“ seit Jahren Montag für Montag Pegidaisten durch die Stadt und schreien „Merkel muss weg“ (es gibt noch andere Rufe, aber diese will und kann ich nicht zitieren). Diese Personen werden durch die Polizei vor den Störungsversuchen der Gegendemonstranten geschützt. Wäre dies in der DDR auch so gewesen!?

Wäre dies in der DDR auch so gewesen!?

Ich will meine Frage gar nicht beantworten. Ich könnte aber noch mehr solcher Beispiele wie eben bringen. Vielmehr stellt sich mir eine andere Frage.

Haben die ehemaligen DDR-Bürger nicht gelernt (und einige West-Deutsche es verlernt), mit Meinungsfreiheit umzugehen? Diese bedeutet, man kann alles sagen. Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, dass man dabei keinen Widerspruch zu erleben braucht.

3 Kommentare

  1. Es ist erschütternd, auch wenn man wohl davon ausgehen muss, dass es sich bei den Schreibern überwiegend um Quarkdenker handelt, denen jedes Wissen und jede Rationalität fehlt. Das könnte man so hinnehmen, gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. Schlimm daran ist aber, dass diese von wirklich gefährlichen Gruppen und einer Partei wie der AfD vereinnahmt und instrumentalisiert werden.
    Auf die Zukunft bezogen kommen schon düstere Gedanken auf „denk ich an Deutschlands in der Nacht, dann…

Kommentar verfassen