Drei Stunden, fünf Minuten und die gleichzeitige Aufführung zweier Bühnenstücke zum blutigen Aufstieg und tödlichem Fall des schottischen Königs Macbeth

Das Stück „Macbeth“ stammt aus der Feder von William Shakespeare und erzählt die Geschichte des vornamenlosen Heerführers, der durch Mord auf den schottischen Thron kam und später selbst durch ein Schwert gerichtet wurde. Keine leichte Kost für einen Montagabend im Staatsschauspiel Dresden.

Es hat auch eine Weile gedauert, ehe ich mich auf das Bühnen-Geschehen einlassen konnte. Die ersten Minuten war ich überfordert. Und, um ehrlich zu sein, ich dachte darüber nach, wieder nach Hause zu gehen. Nach dem ich meinen Zugang zur Inszenierung gefunden hatte, habe ich die Aufführung genossen, aber…

Kammerspiel vs. überbordende Effekte

Ich habe Macbeth in den letzten Stunden gleich zweimal zur gleichen Zeit gesehen. Da waren intim inszenierte Situationen mit nur wenigen Schauspielenden, wenig Bühnenbild und der enormen Wirkung shakespeareschen Textes. Das hat gefesselt. Das hat mich in den Bann gezogen. Die Schlichtheit hat gewirkt.

Und da war explodierende Musik und grelles Licht und tobende Donnerhalle und gleißende Blitze und viele Tänzer und viele Schauspieler und schriller Gesang und stroboskopische Effekte durchbrachen die wabernden Nebelschwaden, die immer und immer wieder durch das ganze Schauspielhaus uns Zuschauern die Luft nehmend, zogen und da waren überdrehte Stimmen in einer fremden Zunge.

Nach dem ich meinen Zugang zur Inszenierung gefunden hatte, habe ich die Aufführungen des Kammerspiels und der sich überbordenden Effekte genossen, aber ich fragte mich jedoch auch „War das wirklich alles notwendig für die gelungene Inszenierung?“