Deutsche Kampfpanzer, Wahlkampf in Polen und Streicheleinheiten für das fragile Ego eines russischen Machthabers

Ob der Herr mit dem fragilen Ego im Kreml schon eine Flasche „Sowjetskoje Schampanskoje“ von der Krim geöffnet hat? Mit der Diskussion um die Lieferung deutscher Kampfpanzer führt sich „der Westen“ gerade selbst vor und die Ukrainer werden derweil nicht nur Opfer eines Angriffskrieges, sondern auch des polnischen Wahlkampfes.

Ich fasse zusammen, was bisher passiert ist: Viel heiße Prawo-i-Sprawiedliwość-Luft, ein gewohnt führungsschwacher Kanzler und ein Interview in Paris, mit dem Annalena Baerbock strategisch geschickt den Druck auf Warschau und die PiS (Partei: Recht und Gerechtigkeit) lenkt. Der Antrag auf Zustimmung zur Panzerlieferung wurde erst nach wochenlangem Getöse übermittelt, welches hauptsächlich für die kommende Wahl zum Sejm aufgeführt wurde – ähnlich der Reparationsforderungen.

Braucht die Ukraine den Leopard 2?

Ich bin kein Militärexperte, aber ich sehe, was vor Ort passiert. Russland wendet immer mehr die Fleischwolf-Taktik an. Ohne Rücksicht auf eigene Verluste werden immer neue Truppen ins Feld geschickt. Dabei kann die Rote Armee nur „gewinnen“. Entweder Gelände und/oder der ukrainischen Armee wird ein massiver Materialeinsatz abverlangt, da sie zur Verteidigung große Mengen an Munition verschießen muss.

Schwere Kampfpanzer können die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine verbessern und die Rückeroberung besetzter Gebiete ermöglichen. Deshalb verstehe ich das Zögern von Olaf Scholz nicht. Es ist sein Job, Entscheidungen zu treffen, und der ukrainische Wunsch besteht nicht erst seit gestern.

Frieden ist etwas Schönes. Leider braucht es dafür nicht nur ein Land, das nicht angegriffen werden will, sondern auch ein Land, dass nicht angreift und so ein Land ist Putins Russland im Moment nicht. Diese bittere Realität muss doch mittlerweile bei jedem angekommen sein…