„Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ und die heile Welt

Sonntag, 19. Januar 2020, 9:30 Uhr

Heute vor sieben Jahren fuhr ich zum letzten Mal mit meinem Golf IV. Ich erledigte Besorgungen für einen Geburtstag. In den folgenden Tagen „fand“ das Auto dann – jedoch ohne mich – seinen Weg nach Berlin. Bei Google Maps ist die Welt übrigens noch in Ordnung. Da steht der Golf noch vor der Haustür.

© Google Maps, 2020

2007 war der Januar noch einen wirklicher Wintermonat. Es lag viel Schnee. Um das Auto habe ich mich deshalb nicht weiter gekümmert. An der Stelle, wo es meiner Meinung nach stehen sollte, stand ein dunkles Fahrzeug mit einem großen Schneehaufen drauf. Mit dem Blick in diese Richtung war ich deshalb stets zufrieden, wenn ich nachmittags von der Arbeit kam.

Übrigens war das Dschungelcamp 2007 noch aus der Kategorie „Pfui Teufel“ und ich guckte es. Heute ist das andersrum. Aber dies ist ein anderes Thema. In einer Werbepause hatte ich damals das Bedürfnis nach meinem Auto zugucken. Keine Ahnung warum, aber ich musste aus meinem Schlafzimmer sehen und war mit dem, was ich sah nicht zufrieden.

Nur in T-Shirt und Jeans ging ich deshalb nachschauen und fand mein Auto nicht. Ich lief die Straße auf-und-ab. Ohne Erfolg. Etwas wärmer angezogen, suchte ich wenig später die Umgebung ab. Wieder ohne Erfolg und fuhr dann zur Polizei.

Kurz nach zwei Uhr in der Nacht war ich wieder zu Hause und konnte erstmal nicht schlafen. Umso erstaunlicher war es, dass ich trotzdem Punkt 6 auf Arbeit war. Dort nahm nicht nur meine Mündigkeit zu. Auch eine gewisse Aggression war in mir zu spüren und die wuchs.