Moderne Technik und der alte Graf

Kunst+Kultur • Sonntag, 4. Oktober 2020 (Erntedankfest)

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen alten Keller und müssen diesen als Museumsdirektor in Szene setzen. Allein der Fakt, dass es sich um das älteste Bauwerk der Stadt handelt, lockt heutzutage nämlich niemanden mehr aus seiner Komfortzone. Also? Was machen Sie?

Den Chefs der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens stellte sich diese Frage vor einigen Jahren mit Blick auf die „Festung Dresden“. Sie mussten definitiv Geld ausgeben, um das jahrhundertealte Gemäuer unter der Brühlschen Terrasse hochwassersicher zu machen. Nebenbei haben sie sich eine spannende Story einfallen lassen.

Der Geist von Kurfürst Moritz ist auf der Suche nach dem Grund seines Todes. Er spukt durch die Kasematten und nimmt die Besucher mit. Mit Licht-Projektionen und passender Geräuschkulisse wird ein Stück altes Dresden lebendig. Der Fachsimpelei von Kanonengießern folgt die Erfindung des Weißen Golds. Natürlich gibt’s auch eines der legendären barocken Feste.

Meine Wertung: Ein gelungener Ausflug in Dresdens Unterwelt. Die Show lässt sich noch besser genießen, wenn Grundkenntnisse sächsischer Geschichte vorhanden sind.

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