Ungewohnte Interpunktion und das Ende auf Seite 197

Sonntag, 14. November 2021 (Volkstrauertag)

Ich war auf den Roman „Die drei Sonnen“ gespannt. Da ich gerne Science-Fiction lese, lud ich mir den ersten Teil der Trisolaris-Trilogie aufs Kindl, zumal die Reihe ziemlich für Furore gesorgt und mehrere wichtige Preise gewonnen hat. Außerdem wollte ich mal meinen Horizont öffnen und „was“ aus dem Reich der Mitte lesen.

Das Buch beginnt im China zur Zeit der Kulturrevolution und damit erstmal eher historisch als sci-fi-mäßig. Auch wenn die Story wohl fiktiv ist, steht sie beispielhalt für Maos menschenverachtende Machenschaften. Ein bekannter Physik-Professor muss ich sich in einem „Prozess“ für seine reaktionären Ansichten rechtfertigen. Dies sind übrigens einfach Naturgesetze. Das Verfahren endet mit seinem Tod. Dieser bestimmt den Lebensweg seiner Tochter.

Neues Small-Talk-Wissen

Über chinesische Geschichte weiß ich nicht viel und so war es ein interessanter Einblick. Schnell blätterte ich um und wollte immer noch ein Kapitel lesen. Eigentlich ein gutes Zeichen. Doch das Interesse verflog und mein Bedürfnis nach dem Reader zu greifen, nahm mit zunehmender Seitenzahl ab.

Statt Spannung zu erzeugen, verliert sich das Buch in trockener Wissenschaft. Irgendwann fand ich es dann sogar interessanter, einige Theorien aus dem Buch zu googeln. Noch nie hatte ich von dem Dreikörperproblem gehört. Doch jetzt kann ich mein neu erworbenes Wissen in einen Party-Small-Talk einfließen lassen. Das wird bestimmt ein Renner.

Dass die Figuren in einem chinesischen Buch chinesische Namen tragen, ist natürlich klar. Ich hatte auch keine Probleme mit Wang Miao, Ye Wenjie oder Lei Zhicheng. Gestolpert bin ich aber regelmäßig bei Shi Qiang., einem Polizeiinspektor. Der Punkt hier seinem Vornamen (chinesische Namen bestehen aus einem meist einsilbigen Familiennamen und einem Vornamen, der Familienname wird dabei immer zuerst genannt, dann der Vorname) ist kein Tippfehler, sondern kommt im Buch so vor. Ich konnte leider herausfinden, was es damit auf sich hat.

Mit einem Punkt endet ein Satz und der nächste beginnt. Aber hier nicht. So das mein Lesefluss arg gestört wurde und mein Bedürfnis nach dem Reader zu greifen, nahm mit zunehmender .-Anzahl ab.

Heute passierte etwas, was ich noch nie bei einem Buch gemacht habe. Ich habe es beiseite gelegt, oder besser ich habe es vom Kindle gelöscht, obwohl ich erst auf Seite 197 von 592 bin.

Mein Fazit:

Bewertung: 2 von 10.

Wahrscheinlich bin ich die falsche Zielgruppe mit Blick auf die sonst üblichen Bewertungen. Ich kann „Die drei Sonnen“ jedenfalls nicht empfehlen.


Bildquelle: Heyne Verlag

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