Anke Engelke und „Das letzte Wort“

Flimmerkiste • Sonnabend, 10. Oktober 2020

Es gibt kein schlechtes Wetter. Es gibt nur schlechte Serien. Um das Regengrau dieses Wochenendes zu nutzen, empfehle ich „Das letzte Wort“ mit einer unglaublichen Anke Engelke, einem guten Plot und der passenden Brise schwarzem Humor. Achtung: Es besteht akute Binge-Watching-Gefahr!

Es sind 25 Jahre Ehe, die Karla und Stephan Fazius mit Familie und Freunden feiern. Als die Gäste weg sind, ist auch er weg. Tot. Plötzlich und unerwartet. Karla Fazius bringt erst einmal alle zu erledigenden Dinge unter einen Hut. Doch dann stellt sie fest, dass sie ihren Mann nicht wirklich kannte.

Das zieht ihr natürlich den Boden unter den Füßen weg. Verständlich. Der Mensch, der Mittelpunkt des eigenen Lebens gewesen ist, war ein Lügner. Wie soll man mit dieser Situation umgehen? Zumal Karla Fahius nicht nur ihr Leben neu organisieren muss, sondern Verantwortung für ihre Familie trägt und diese zukünftig ernähren muss. Karla findet ihren eigenen Weg. Sie stürzt sich in eine neue berufliche Aufgabe und verbringt viel Zeit im Atelier ihres verstorbenen Mannes, der Zahnarzt war und viel lieber Künstler gewesen wäre.

Wie geht man damit um, von dem Menschen, den man liebt, belogen zu werden? Richtig belogen zu werden. Erleben zu müssen, dass vieles Schein und nur weniges Sein gewesen ist.

Eine Antwort kann die Serie darauf nicht geben. Sie zeigt einen Weg auf. Genau genommen drei Wege. Denn da gibt es noch einen 15-jährigen Sohn und die ältere Tochter. Der Sohn kann nicht mit dem Tod seines Vaters umgehen. Seine letzten Worte waren zu ihm waren, dass er „ein Scheiß-Vater“ ist. Auch sie müssen ihre Wege finden.

Dies klingt jetzt alles erst einmal traurig. Das ist es natürlich auch. „Das letzte Wort“ ist eine Serie über das Leben insgesamt, mit all seinen Höhen und Tiefen. Da gehört Lachen genauso dazu wie Weinen, Lebendigkeit genauso wie Tod.

Bewertung: 10 von 10.

Meine Wertung: Anschauen!
Zehn von 10 Särgen.

Netflix: Das letzte Wort

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