Menschenverachtung und die AfD

Sonnabend, 11. September 2021

Wahlplakate jeglicher Couleur sollten wir nicht allzu ernst nehmen. Da ist viel heiße Wahlkampfluft draufgedruckt und es ist schade um’s verwendete Papier. Manchmal entlarven sich die Parteien jedoch durch ihre Motive und zeigen so ihr wahres Gesicht – eine häßliche Fratze.

„Pride“ soll das Gefühl ausdrücken, wenn Lesben und Schwule selbstbewusst mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen. Ihr „Anderssein“ akzeptieren, statt es als Last zu sehen. Der Begriff steht nicht für Hochmut, sondern soll die eigene Scham nehmen, in die nicht-heterosexuelle Menschen oft gezwängt werden. Pride steht für Selbstakzeptanz: „Ich bin schwul, und das ist auch gut so (Klaus Wowereit).“

Kein Hochmut, keine Scham

Und für Akzeptanz müssen wir Schwule und Lesben auch heute immer wieder kämpfen. Dabei braucht man noch nicht einmal herabblickend auf Afghanistan zu schauen, um zu wissen, wie notwendig dies ist. Ein Wahlplakat der „Alternative“ für Deutschland reicht.

Und für Akzeptanz müssen wir Schwule und Lesben auch heute immer wieder kämpfen. Dabei braucht man noch nicht einmal herabblickend auf Afghanistan zu schauen, um zu wissen, wie notwendig dies ist. Ein Wahlplakat der „Alternative“ für Deutschland reicht.

Ich finde es schlicht menschenverachtend, wenn diese Partei den Begriff Pride nutzt. Denn die Vorsitzende der eigenen Bundestagsfraktion sollte als Lesbe genau wissen, was es bedeutet nicht heterosexuell zu sein und damit Erfahrungen machen zu müssen, die die AfD-Wählenden nicht erleben zu brauchen.

Deutschland, aber normal

Damit sich die Blau-Brauen nun nicht gleich in eine Opferrolle begeben können: LGBTQ-Personen erleben Herabsetzungen für eine Identität, die sie nicht selbst beeinflussen können. Welche Partei man unterstützt entscheidet jedoch jeder selbst und damit muss man sich auch der Diskussion aussetzen, was man sich da zu eigen macht.

Ich bin auch für ein normales Deutschland. Einem Land, in dem wir uns auf Augenhöhe begegnen, andere Lebensstile akzeptieren, unsere eigene Meinung nicht zum alleingültigen Maßstab nehmen und wir Jede und Jeden respektieren, auch wenn wir manchmal über unsere Mitmenschen den Kopf schütteln.


Bildquelle: Afd, Junge Alternative Sachsen

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